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Was ist die GTI?

GTI steht für Globale Taxonomie Initiative der CBD (Konvention über die Biologische Vielfalt - aus dem Englischen: Convention on Biological Diversity), um den Engpasses an taxonomischen Kenntnissen und Ressourcen zu reduzieren. Die GTI ist ein Querschnittsthema der CBD. Die GTI besteht grundsätzlich aus NFP (National Focal Points - Nationale Kontaktstellen), die in jedem Land oder Region eingerichtet wurden (bzw. werden sollten). Die GTI ist NICHT für Anträge zuständig und vergibt auch keine Mittel für Grundlagenforschung, sondern kümmert sich um die Interessen der Taxonomie in Verbindung mit der CBD.

Oft genutzte Links/Quick links:

- Global Assessment

- European GTI Toolkit

- Akronyme

Naturschutzkonferenz in Bonn: COP-9

Das überragende Thema des Jahres 2008 für die GTI wird die VSK-p (oder auch COP-9) sein:

COP-9



Nachrichten & Meldungen

Relevante Nachrichten aus oder zu der GTI im weitesten Sinne.

SYSTEMATICS 2008

In Göttingen fand vom 7-11 April 2008 die SYSTEMATICS 2008 statt. Die Systematics 2008 ist das 1. gemeinsame Treffen der Gesellschaft für Biologische Systematik (GfBS) und der Sektion "Biodiversity and Evolutionary Biology" der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG). Ca. 450 Teilnehmer mit über 100 Vorträgen und fast 200 Postern haben über diverse Themen der Systematik diskutiert und teilweise neue Tendenzen erarbeitet, in der zukünftig verstärkt gearbeitet werden sollte (z. B. "deep Phylogeny" der Metazoa).


UNEP/CMS Award

UNEP/CMS hat einen mit 10.000 € dotierten Preis ausgerufen. Weitere Infos auch bei Carlos Sanchez-Oses.

SBSTTA-13: Wenig Fortschritt

Teilnehmer und delegierte der SBSTTA-13 haben nach dem Treffen beklagt, dass wenige Ergebnisse vorliegen, Beschlüsse gefasst wurden, und ein Scheitern der CBD VSK-9 (auch unter COP-9 bekannt) in Bonn nicht auszuschließen sei. Größter Knackpunkt ist die ungelöste Frage der Ökotreibstoffe und deren Auswirkungen auf die Biodiversität. Ökotreibstoffe sowie mehr Sorgfalt bei gentechnisch modifizierten Organismen werden vor allem von Brasilien und Kanada blockiert, während Argentinien und China vor allem gegen die Kriterien mariner Schutzgebiete sind. So wurde lediglich ein Text für die VSK-9 beschlossen, der dermaßen viele "Klammern" enthält (also Uneinigkeit signalisiert), dass eine Einigung im Mai 2008 als nicht besonders Wahrscheinlich gilt.

Regierung beschließt Nationale Strategie zur Biologischen Vielfalt

Das Bundeskabinett hat am 07.11.2007 die nationale Strategie zur biologischen Vielfalt beschlossen. Ziel ist die Umsetzung des UN-Übereinkommens über die biologische Vielfalt auf nationaler Ebene. Die Strategie beinhaltet auch den deutschen Beitrag für den Schutz und die nachhaltige Nutzung der belebten Natur weltweit. Weitere Informationen beim BMU.

Die "Buffon-Deklaration" - Naturhistorische Institute und die Umweltkrise

Abschlußbotschaft vom Buffon Symposium, 18./19. Oktober 2007, Muséum National d'Histoire Naturelle, Paris

Am 18./19. Oktober 2007 fand am Muséum National d'Histoire Naturelle in Paris ein internationales "Buffon Symposium" aus Anlass des 300.-jährigen Geburtstages und zu Ehren des französischen Universalgelehrten und Begründers des Pariser "Jardin des Plantes" und Naturkundemuseums, des Grafen Georges-Louis Leclerc Buffon statt. Die Tagung mit dem Untertitel "Natural History Museums and Institutions in the 21st Century - impact on our common future" wurde vom Pariser Museum gemeinsam mit dem Londoner Natural History Museum, Royal Botanical Gardens Kews, sowie der Smithsonian Institution organisiert. Mit über 250 Teilnehmern aus 93 naturkundlichen Museen und Forschungseinrichtungen aus über 35 Staaten war das Symposium sehr gut besucht, darunter auch von mindestens 14 Teilnehmer aus Deutschland mit Vertretern mehrerer großer Forschungsmuseen und botanischer Gärten (Berlin, Bonn, Essen, Frankfurt, Karlsruhe, München und Stuttgart). Das wissenschaftliche Programm umfasste eingeladene Hauptvorträge, Podiumsdiskussionen und Poster

Hauptaufgabe war jedoch eine Erklärung zum fortbestand der taxonomischen Forschung und Smamlungen abzugeben (zum Wortlaut der "Buffon Declaration").


MPG kündigt elektronische Zeitschriften von Springer

Die Max-Planck-Gesellschaft hat nach schwierigen Verhandlungen ihren langjährigen Lizenzvertrag mit dem Springer-Verlag zum 31. Dezember 2007 gekündigt (18. Oktober 2007). Weitere Infos hier.


China und Deutschland kooperieren

Deutschland und China vereinbaren engere Zusammenarbeit bezüglich der UN-Naturschutzkonferenz in Bonn (gemeint ist CBD COP9) sowie im Artenschutz-Vollzug. Mehr Infos hier.

GSPC Workshops in Bonn

In Bonn fanden Mitte Oktober 2007 Workshops über

- Die Globale Strategie zur Erhaltung der Pflanzen und ihre Umsetzung in Deutschland - Handlungsbedarf und Prioritäten; 10./11. Oktober 2007 (mehr),

und

- Erhaltungskulturen gefährdeter Pflanzen in Deutschland in Zusammenarbeit mit der AG ex-situ-Erhaltungskulturen des Verbandes Botanischer Gärten e.V.; 12. Oktober 2007 (mehr)

statt. Kontakt, Informationen und Ergebnisse über Dr. Cornelia Löhne und Marliese von den Driesch. Oder auf der workshop webpage


Auszeichnung

Ernst-Jünger-Preis für Entomologie geht an Prof. Peter Zwick (19.09.2007) Der mit 5.000 Euro dotierte Ernst-Jünger-Preis für Entomologie 2007 geht an den Taxonomen Prof. Dr. Peter Zwick. Wissenschaftsminister Peter Frankenberg überreichte die Auszeichnung im Rahmen einer Feierstunde im Schloss des Freiherrn von Stauffenberg in Langenenslingen-Wilflingen bei Riedlingen. Weitere Information. Weitere Information [doc, 1.05 MB].


Neu Haiart wird versteigert

In den USA wurde der Name einer Haiart meistbietend versteigert, um durch den finaziellen Erlös die selbe Art vor dem Austerben zu schützen. Weitere Information.

In Deutschland gibt es die "Partnerschaft für Biologische Vielfalt e.V." (BIOPAT), die Naturinteressierten Pate werden lässt und sie an der Namensfindung von neu entdeckten Arten beteiligt: BIOPAT


Diversitas Newsletter

Der neuste Diversitas Deutschland Newsletter 01/2008 (Februar) ist jetzt online 01/2008.

Weitere DD Newsletter.

Weitere Newsletter von Diversitas International finden sich als externe Daten auf http://www.diversitas-international.org/.


EDIT's School of Taxonomy

15 Aug 2007 - EDIT's School of Taxonomy has the goal is to federate training providers around a common vision for the future of taxonomic training in Europe. EDIT is currently looking for training providers to build up a team of highly skilled staff coming from a wide range of institutions with a taxonomic and educational background. EDIT invites you to participate in the school of Taxonomy (when webpage is opened, click on "all the news").


Naturhistorische Museen sterben aus!?

Die Los Angelas Times hat sich über die Situation der Naturkundlichen Museen informiert und kommt zu dem Schluss, das es mit Gegenwart und Zukunft der Sammlungen, Kustoden und Schauausstellungen schlecht bestellt ist. Zum Artikel hier. Im Endeffekt basiert die Einschätzung der LAT auf zwei Beiträgen von Nature über die naturhistorischen Museen in den USA (hier zum Nature Artikel) und insbesondere dem Sturz des Generalsekretärs des Smithsonian Institution, der über Veruntreung gestolpert ist (hier zum 2. Nature Artikel).


Meldung zum Schluss...

Ein beschämender Fall falscher Artbestimmung (An embarrassing case of mistaken identity)

Biologen und Naturschützer im US Staat Colorado haben sich blamiert, als sie diese Woche herausfanden, dass sie über Jahrzehnte den falschen Fisch geschützt haben (English orginial).

Vor 100 Jahren war die Situation für den greenback cutthroat trout (eine Forellenart) ziemlich unerfreulich. Verschmutzung durch Bergwerksabwässer, Überfischung und Konkurrenz durch andere eingeführte Forellenarten hatte die Population stetig verringert bis sie 1937 schließlich offiziell für ausgestorben erklärt wurde.

Doch um 1950, hat man ein paar kleine Populationen des greenbacks in Flüssen der Rocky Mountains entdeckt. 1970 wurde die Art dann auf die Liste der gefährdeten Arten gesetzt. Ein umfangreiches Schutzprogramm wurde gestartet. Über Jahrzehnte hinweg wurden Eier und Spermien gesammelt und mit ungeahnter Fürsorge die Fische in Zuchtstationen aufgezogen und später in das natürliche Habitat entlassen. Schließlich verkündete die Colorado Division of Wildlife in 2006 stolz, dass das Ziel von 20 sich selbst erhaltenden Populationen erreicht sei und vielleicht (aber nur vielleicht) die Art von der Roten Liste genommen werden könne.

Leider wurde dieser Traum kürzlich zunichte gemacht, denn im Journal Molecular Ecology wurde ein ernsthafter Fall von Falschbestimmung entlarvt. Um es einfach zu machen: bei einigen der neu etablierten Populationen handelt es sich nicht um die greenback cutthroat trouts, sondern um den Colorado River cutthroat trout. Leider können beide sehr einfach verwechselt werden. Besagte Studie hat festgestellt, dass das Schicksal der greenback-population noch nicht gesichert sei. DNS-Analysen haben ergeben, dass derzeit lediglich ein ca. 16 km langer Flussabschnitt das Überleben der Population sichert...

Quelle: CORDIS Express "A weekly briefing on European Research & Innovation" http://cordis.europa.eu/express/home.html, Issue Number: 252, published: 07 September 2007.


Weitere Nachrichten (2007) und alte Nachrichten zur Taxonomie und GTI im Archiv (ab 2004).

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Die Nationale GTI-Kontaktstelle wird vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert. Editiert am 11.04.2008 von S.C. Renner & C.L. Häuser.

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