Im Jahr 2009 wurden offiziell 19,232 neue Arten entdeckt. Das berichten Wissenschaftler der Arizona State University in der sogenannten SOS-Studie (State of Observed Species), die seit 2008 vom International Institute of Species Exploration publiziert wird. Etwa die Hälfte der neu entdeckten Arten (50,6%) waren Insekten, hauptsächlich Käfer (Coleoptera). Es wurden auch zahlreiche neue Gefäßpflanzenarten entdeckt (11,3%), unter ihnen viele Orchideen. Im Vergleich zum Vorjahr (2008) wuchs die Zahl der im Jahr 2009 entdeckten Arten um 5,6%. Als Datenquellen nutzte die SOS-Studie Einträge aus verschiedenen Datenbanken wie AlgaeBase, International Plant Names Index, MycoBank, International Journal of Systematic and Evolutionary Microbiology, Thomson Reuters Zoological Records, UniProt und WoRMS (World Register of Marine Species). Eine weitere Studie derselben Forschergruppe (Retro SOS) gibt an, dass in den Jahren 2000-2009 insgesamt 176,311 Arten neu beschrieben wurden.
Von einem Team deutsch-amerikanischer Forscher wurden im Norden Madagaskars neue Zwergchamaeleon-Arten der Gattung Brookesia entdeckt. Unter ihnen erreicht B. micra eine Länge von maximal 30 mm und gehört damit zu der Gruppe der kleinsten Amnioten der Welt. In Madagaskar sind 80 der weltweit insgesamt 185 Chamaeleonarten beheimatet.
Die Gemeinschaft zur Förderung der Kulturpflanzenforschung Gatersleben e. V. und das Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung in Gatersleben (IPK) ruft wieder zur Bewerbung um den mit 2.500 Euro dotierten Gaterslebener Forschungspreis auf. Prämiert wird eine herausragende Doktorarbeit der Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung. Bewebungen sind bis 30. April 2012 einzureichen.
Die Wilhelm Pfeffer-Stiftung prämiert alle zwei Jahre die beste Veröffentlichung des Jahres mit einem Preis von 1.000 €. Der Preis gilt herausragenden Publikationen aus den Pflanzenwissenschaften, die aus Masterarbeiten oder Promotionen hervorgegangen sind. Die Antragsfrist für das Jahr 2012 ist auf den 1. April verlängert worden. Das teilte der Präsident der Wilhelm-Pfeffer-Stiftung, Prof. Dr. Christian Wilhelm aus Leipzig mit.
Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin haben am 01. Februar 2012 die Bewerbungsphase für den Deutschen Naturschutzpreis 2012 gestartet. Der Preis steht in diesem Jahr unter dem Motto „Stadt braucht Natur – gemeinsam für Vielfalt, Naturerfahrung und Lebensqualität“. Bewerben können sich Teinehmer mit originellen Projektideen aus Naturerlebnis, Naturbildung und Naturschutz. Anders als im Vorjahr gibt es dieses Jahr neben den herkömmlichen Wettbewerbskategorien Förderpreis und Ehrenpreis erstmalig noch zusätzlichen den Bürgerpreis. Der Ehrenpreis ist mit 10.000 Euro dotiert.
Der Zentralrat von GBIF (Global Biodiversity Information Facility) hat den "Young Researchers Award" ins Leben gerufen, um innovative Forschung und Entwicklungen in der Bodiversitätsinformatik zu fördern. Bewerben können sich Masterstudenten und Doktoranden aus den GBIF-Mitgliedsländern. Pro Mitgliedsland können zwei Preise zu je 4,000 Euro gewonnen werden. Deadline für die Bewerbung ist der 15. März 2012. mehr Informationen..
Jedes Jahr werden noch neue Arten beschrieben, darunter 2011 der kleinste Frosch der Welt, ein Pilz, der an eine Comic-Figur erinnert, und die Monster-Wespe aus Sulawesi. Weitere Rekorde finden Sie →hier.
Eine Studie von britischen und amerikanischen Wissenschaftlern kommt ausgehend von Publikationsanalysen zu dem Schluss, dass die Anzahl von Taxonomen seit 1950 rasch angestiegen ist. Das gilt zumindest für die Bearbeiter der betrachteten Organismengruppen Vögel, Säugetiere, Spinnen, Amphibien und Pflanzen. Diese Ergebnisse stehen im Widerspruch zur These der Taxonomischen Krise. Die Zahlen deuten auch auf eine zunehmende taxonomische Spezialisierung der Wissenschaftler sowie die Tendenz zu einer steigenden Anzahl von Autoren je Publikation, was auf stärkere Zusammenarbeit deutet. Seit etwa 1900 errechneten die Autoren einen Rückgang der Artbeschreibungen pro Taxonom und führen dies auf ein sich stetig verringerndes Reservoir unbekannter Arten zurück.
Taxonomische Kenntnisse und Kapazitäten sind eine Grundlage für eine erfolgreiche Umsetzung vieler Programme und Maßnahmen der CBD, fehlen aber in vielen besonders biodiversitätsreichen Staaten. Für die Globale Taxonomie Initiative hatte das Sekretariat daher eine umfassende Capacity-Building Strategie entwickelt, die von SBSTTA 15 angenommen werden sollte. Nach längerer, vor allem mit Verfahrensfragen belasteter Debatte, sprach sich SBSTTA zur Verschiebung der Beschlussempfehlung an die 11. VSK aus, um allen Vertragsparteien nochmals ausführliche Gelegenheit zu Stellungnahme einzuräumen. Entsprechend wurde das Sekretariat beauftragt die Delegationen nochmals zur schriftlichen Kommentierung der Strategie zu bitten, mit der Maßgabe bis zu SBSTTA 16 (Anfang Mai 2012) eine überarbeitete Version mit ggf. weiteren eingereichten Vorschlägen vorzulegen. Diese soll dann von der 11. VSK angenommen werden.
Deutsche Forscher sind an vielen Projekten beteiligt, in denen taxonomische Kenntnisse erhoben und auch an Studenten, Graduierte und Forscher anderer Staaten vermittelt werden. Vor allem unter Einbeziehung der Entwicklungszusammenarbeit bestehen hier gute Anknüpfungspunkte für das Einspeisen deutscher Erfahrungen in den CBD-Prozess.
Seit dem 30. Oktober können ornithologisch Interessierte ihre Vogelbeobachtungen über ein neues Datenportal eintragen. (www.ornitho.de) Das Datenportal bietet zum ersten Mal die Möglichkeit Gelegenheits-Beobachtungen in Deutschland, Schweiz und Luxemburg zentral per Internet zu melden. Träger des online-Portals ist der DDA (Deutscher Dachverband der Avifaunisten), ein Zusammenschluss aller ornithologischen Verbände in Deutschland.