Aktuelle Meldungen

What's in a name? Neue Methoden beschleunigen die Namensgebung

24. Mai 2013

Um den langwierigen Prozess der Benennung neuer Arten innherhalb der hochdiversen Gattung von Rüsselkäfern Trigonopterus erheblich zu beschleunigen, wandelten deutsche Entomologen Alexander Riedel (Naturkundemuseum Karlsruhe) und Michael Balke (Bavarian State Collection of Zoology) die herkömmlichen Methoden der taxonomischen Namensgebung ein wenig ab.

Obwohl die Mehrzahl der 101 neu entdeckten Käferarten anhand lateinischer Worte beschrieben worden, wurden einige Käfer schlicht nach ihrem Fundort benannt. Ein Käfer trägt den Namen eine Forscherkollegens Katayo Sagata, ein anderer wurde nach der prominenten Rüsselkäferexpertin Rene Tänzler geehrt. 

Die traditionelle Namensgebung beruht strikt auf strukturelle Beschreibungen, hätte die Forscher aber anhand der hohen morphologischen Ähnlichkeit der vielen Käfer einen ungeheuren zeitlichen Aufwand geokstet.

Stattdessen sortierten die Forscher die verschiedenen Arten durch Gensequenzierungen von DNA-Sequenzen der jeweiligen Käfer. Die Ergebnisse wurden in Frontiers of Zoology publiziert. Bilder der beschriebenen Arten wurden dann in der Online-Datenbank Species ID veröffentlicht.

 

Link zum vollständigen Originalartikel, mit Bildern (National Geographic, 29. März 2013)

 

andere interessante Links:

 

Blüten lassen die traditionelle Taxonomie rätseln

8. Mai 2013

Blütenmorphologien könnten weniger verlässlich sein als andere Merkmale bei der Bestimmung von Verwandschaftsbeziehungen von Papilioniden- Arten und Gattungen.

Seit hunderten von Jahren arbeiten Pflanzentaxonomen daran, Verwandschaftsbeziehungen zwischen Arten zu verstehen. Bis vor Kurzem standen ihnen hierfür als Informationsquelle lediglich morphologische Eigenschaften der jeweiligen Pflanzen zur Verfügung - kurz, Merkmale welche betrachtet, gemessen, gezählt, kategorisiert und visuell beschrieben werden konnten. Hierbei spielten vor allem Aspekte der Blütenform- und Anordnung eine übergeordnete Rolle. Jetzt hat jedoch ein internationales Team von Wissenschaftlern herausgefunden, dass die Blütenmorphologien weitaus weniger verlässliche Anzeiger für Verwandschaftsgrade unter Papilioniden- Arten und Gattungen sein könnten, als bisher angenommen. Trotz der auffälligen Unterschiede in Blütenform zeigten sich Luetzelburgia, Sweetia, Vatairea, und Vataireopsis als enge Verwandte, wobei zwei sich morphologisch stark ähnelnden Gattungen keine besonders enge Verwandtschaft nachweisbar war. Laut Cardoso ist von einer Ähnlichkeit der Blütenmorphologie nicht direkt auf phylogenetische Verwandschaft zu schließen. Oft sind gerade Gattungen mit sehr unterschiedlicher Blütenform (Luetzelburgia und Vatairea) eng miteinander verwandt, und Gattungen mit morphologisch sehr ähnlichen Blüten verdanken dies einer konvergenten Evolution (Vatairea und Vataireopsis).

Den vollständigen Text zu dieser Studie finden Sie in der aktuellen Ausgabe des American Journal of Botany.

 

Link zum Artikel (March 4, 2013)

Deutscher Naturschutzpreis 2013

19. April 2013

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin haben am 27. November 2012 die Bewerbungsphase für den Deutschen Naturschutzpreis 2013 gestartet. Der Preis steht in diesem Jahr unter dem Motto „Lebensraum Wasser – Vielfalt entdecken, erleben, erhalten“. Bewerben können sich Teinehmer mit originellen Projektideen aus Naturerlebnis, Naturbildung und Naturschutz. Wie auch im Vorjahr gibt es dieses Jahr neben den herkömmlichen Wettbewerbskategorien Förderpreis und Ehrenpreis zusätzlich den Bürgerpreis. Dieser richtet sich ausdrücklich an "Nicht-Profis" und möchte die Arbeit lokaler Initiativen im Naturschutz unterstützen. Der Ehrenpreis ist mit 10.000 Euro dotiert, Nominierungsschluss hierfür ist der 27. Mai 2013.

GBIF Young Researchers Award 2013

19. April 2013

Der Zentralrat von GBIF (Global Biodiversity Information Facility) hat den "Young Researchers Award" ins Leben gerufen, um innovative Forschung und Entwicklungen in der Bodiversitätsinformatik zu fördern. Bewerben können sich Masterstudenten und Doktoranden aus den GBIF-Mitgliedsländern. Pro Mitgliedsland können zwei Preise zu je 4,000 Euro gewonnen werden. Bewerbungen können bis Mai 2013 eingereicht werden, die Entscheidung wird im Oktober 2013 am Governing Board meeting in Kolumbien bekanntgegeben. Mehr Informationen finden Sie hier.

Projekt beendet? Was geschieht mit den Rohdaten?

28. März 2012

Im Juli 2011 startete ein Projekt, das sich die Rettung gefährdeter Forschungsdaten aus dem Bereich Biodiversität zum Ziel gesetzt hat. Das reBiND Projekt, Biodiversity Needs Data, wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert und ist am Botanischen Garten und Botanischen Museum in Berlin-Dahlem angesiedelt.

Die im Rahmen von Forschungsprojekten erhobenen Datenmengen können nach ihrer Auswertung für Publikationen nicht zuletzt aufgrund fehlender Kapazitäten oftmals kaum betreut werden. Mit einem Rechnerwechsel, Umzug oder Wechsel der  Softwareversion werden die Datensätze häufig nicht mehr übertragen und drohen verloren zu gehen.  Um dem Verlust der wertvollen Daten entgegen zu wirken, entwickelt das reBiND Projektteam Arbeitsprozesse und Software, die die Archivierung von Biodiversitätsdaten mit einem Minimum an technischem Hintergrundwissen möglich machen werden. Die Arbeitsgruppe greift dabei auf Entwicklungen des BioCASe Projektes zurück, die auch im Rahmen von GBIF eingesetzt werden. Die Daten werden in ein weit verbreitetes XML Format transferiert und gespeichert, so dass eine permanente Übertragung der Datenbanken in die jeweils aktuelle Softwareversion entfällt. Auf die Daten kann so in Zukunft dauerhaft zugegriffen werden. Über das GBIF Netzwerk werden die Daten der Wissenschaft zur Nachnutzung zur Verfügung stehen. Damit unterstützt das Projekt auch die Ziele der CBD (Convention on Biological Diversity) insbesondere im Hinblick auf Paragraph 17, in dem sich die unterzeichnenden Staaten zum Informationsaustausch verpflichten.

Ein kurzer Animationsfilm veranschaulicht die Idee des Projektes auf unterhaltsame Weise. Das reBiND Projektteam fordert Datenhalter, die ihre Datensätze dauerhaft speichern möchten, ausdrücklich dazu auf, Kontakt aufzunehmen: rebind@bgbm.org

19,000 neu entdeckte Arten

21. Februar 2012

Im Jahr 2009 wurden offiziell 19,232 neue Arten entdeckt. Das berichten Wissenschaftler der Arizona State University in der sogenannten SOS-Studie (State of Observed Species), die seit 2008 vom International Institute of Species Exploration publiziert wird. Etwa die Hälfte der neu entdeckten Arten (50,6%) waren Insekten, hauptsächlich Käfer (Coleoptera). Es wurden auch zahlreiche neue Gefäßpflanzenarten entdeckt (11,3%), unter ihnen viele Orchideen. Im Vergleich zum Vorjahr (2008) wuchs die Zahl der im Jahr 2009 entdeckten Arten um 5,6%. Als Datenquellen nutzte die SOS-Studie Einträge aus verschiedenen Datenbanken wie AlgaeBase, International Plant Names Index, MycoBank, International Journal of Systematic and Evolutionary Microbiology, Thomson Reuters Zoological Records, UniProt und WoRMS (World Register of Marine Species). Eine weitere Studie derselben Forschergruppe (Retro SOS) gibt an, dass in den Jahren 2000-2009 insgesamt 176,311 Arten neu beschrieben wurden.

zur Originalpublikation

Neue Inselzwerge entdeckt

20. Februar 2012

Von einem Team deutsch-amerikanischer Forscher wurden im Norden Madagaskars neue Zwergchamaeleon-Arten der Gattung Brookesia entdeckt. Unter ihnen erreicht B. micra eine Länge von maximal 30 mm und gehört damit zu der Gruppe der kleinsten Amnioten der Welt. In Madagaskar sind 80 der weltweit insgesamt 185 Chamaeleonarten beheimatet.

zum Originalartikel...

Beste Doktorarbeit der Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung gesucht

16. Februar 2012

Die Gemeinschaft zur Förderung der Kulturpflanzenforschung Gatersleben e. V. und das Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung in Gatersleben (IPK) ruft wieder zur Bewerbung um den mit 2.500 Euro dotierten Gaterslebener Forschungspreis auf. Prämiert wird eine herausragende Doktorarbeit der Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung. Bewerbungen sind bis 30. April 2012 einzureichen.

Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Veröffentlichung

16. Februar 2012

Die Wilhelm Pfeffer-Stiftung prämiert alle zwei Jahre die beste Veröffentlichung des Jahres mit einem Preis von 1.000 €. Der Preis gilt herausragenden Publikationen aus den Pflanzenwissenschaften, die aus Masterarbeiten oder Promotionen hervorgegangen sind. Die Antragsfrist für das Jahr 2012 ist auf den 1. April verlängert worden. Das teilte der Präsident der Wilhelm-Pfeffer-Stiftung, Prof. Dr. Christian Wilhelm aus Leipzig mit.   

Deutscher Naturschutzpreis 2012

16. Februar 2012

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin haben am 01. Februar 2012 die Bewerbungsphase für den Deutschen Naturschutzpreis 2012 gestartet. Der Preis steht in diesem Jahr unter dem Motto „Stadt braucht Natur – gemeinsam für Vielfalt, Naturerfahrung und Lebensqualität“. Bewerben können sich Teinehmer mit originellen Projektideen aus Naturerlebnis, Naturbildung und Naturschutz. Anders als im Vorjahr gibt es dieses Jahr neben den herkömmlichen Wettbewerbskategorien Förderpreis und Ehrenpreis erstmalig noch zusätzlichen den Bürgerpreis. Der Ehrenpreis ist mit 10.000 Euro dotiert.

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